Mittwoch, 21. November 2012 17:08

Sind Niedrigzinsen gewollt?Während Sparer händeringend nach Anlagemöglichkeiten suchen, die ihnen zumindest einen Vermögenserhalt sichern, freuen sich Kreditnehmer und die öffentliche Hand gleichermaßen. Niedrigzinsen bedeuten für die einen, dass sie günstig finanzieren können, gleich ob Auto oder Wohneigentum, für die anderen sinkt die Neukreditaufnahme zur Tilgung des Schuldendienstes und eine langsame Entschuldung deutet sich an.





Neuverschuldung des Bundeshaushaltes für 2013 um 1,7 Milliarden Euro gesunken

Der Haushaltsentwurf für das Jahr 2013 sieht einen Etat von 17,1 Milliarde Euro vor. Dies sind 1,7 Milliarden weniger im Vergleich zum Jahr 2012. Natürlich ist dies nicht nur der gesunkenen Zinslast zu verdanken, diese spielt aber durchaus eine Rolle. Zu Zeiten höherer Zinsen war der Bund gezwungen, alleine für die Zinszahlung auf begebene Anleihen erneute Kredite aufzunehmen, eine Spirale, die seit vielen Jahren einen Aufwärtstrend mit sich brachte. Sinkende Zinsen bedeuten im Umkehrschluss, dass in künftigen Jahren die Neuverschuldung für die Zinszahlungen natürlich sinkt.


Im Jahr 2012 ist nun der Idealfall für den Bundeshaushalt eingetreten. Das Zinsniveau ist so niedrig, dass ein Aufschlag auf den Nominalausgabepreis der letzten beiden Bundesanleihen dazu führte, dass der Bund für die Anleihen zwar Zinsen bezahlen muss, die Differenz zwischen Zinsen und Agio aber zu einer Mehreinnahme führt. Halten sich die derzeitigen Niedrigzinsen noch für einige Jahre, wäre dies für den Bundeshaushalt eine echte Entlastung. Höher verzinste Anleihen kommen zur Rückführung und neu begebene Anleihen mit niedrigem Zins und Aufgeld spülen einen Gewinn in die Bundeskassen. Vor diesem Hintergrund ist es also nicht verwunderlich, dass über alle Parteigrenzen hinweg eine Stabilität des derzeitigen Zinsniveaus politisch wünschenswert ist.


Die Inflation spielt ebenfalls eine nicht unwichtige Rolle

Neben dem vereinbarten niedrigen Zinssatz ist die Kaufkraftentwertung für Kreditnehmer, gleich ob privat oder öffentlich, ein positives Element. Übersteigt die Inflationsrate den Marktzins, nimmt dieser, gemessen an der realen Kaufkraft, prozentual ab. Ebenso entspricht die zurückzuzahlende Kreditschuld nicht mehr dem Gegenwert, den sie bei Kreditaufnahme hatte. Langfristig ist sowohl die Zinslast als auch die Darlehensschuld, gemessen an der tatsächlichen Kaufkraft, deutlich niedriger als das ursprünglich aufgenommene Darlehen.


Die Auswirkungen der Niedrigzinsen für die privaten Haushalte

An diesem Punkt muss unterschieden werden. Gerade private Haushalte, welche langfristige Verbindlichkeiten eingehen, profitieren nachhaltig von dieser Entwicklung. Anleger stehen auf der anderen Seite vor der Herausforderung, eine Anlage zu finden, welche nach Berücksichtigung der Inflation und Besteuerung der Kapitalerträge immer noch eine positive Rendite abwirft. Für beide Zielgruppen gilt jedoch gleichermaßen, dass nicht die Bank vor Ort der ideale Ansprechpartner ist. Gerade Baufinanzierer sollten sich nicht von den augenscheinlich günstigen Angeboten der Hausbank blenden lassen, sondern über einen Zinsvergleich prüfen, welches Institut tatsächlich die tagesaktuell besten Konditionen bietet. Dabei spielt nicht nur der Nominalzins eine Rolle, sondern das gesamte Bedingungswerk für das Darlehen. Anleger finden ebenfalls über Zinsvergleiche die Antwort auf die Frage nach dem rentierlichsten Investment. Ohne die Möglichkeit der webbasierten Zinsvergleiche wäre die Kapitalvernichtung durch Niedrigzinsen und Inflation immens und würde die Haushalte mehr belasten als bereichern.


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