Donnerstag, 10. Januar 2013 11:43

EZB LeitzinsDer Leitzins im Euroraum – der für die Wirtschaft bedeutsamste Zinssatz – bleibt im neuen Jahr auf dem alten Stand. Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) beließ ihn bei den 0,75 Prozent, bei dem Rekordtief, das zugleich sein niedrigstes Niveau seit der Gründung der Währungsunion ist. Die am Donnerstag gefallene Entscheidung kam an sich nicht überraschend. Denn die meisten Experten hatten nicht erwartet, dass die Währungshüter der Eurozone eine weitere Zinssenkung planen. Zwar verharrt der Leitzins seit Juli 2012 beim Tiefstand von 0,75 Prozent. Allerdings lässt die dadurch erhoffte positive Wirkung – die Konjunktur anzukurbeln – auf sich warten.


Billiges Geld verfehlt Zielgruppe

Das Ziel, das die EZB durch die „weit geöffneten Geldschleusen“ zu erreichen plante, war, die Wirtschaft – insbesondere in den Krisenstaaten der Eurozone – zu stimulieren. Doch das habe leider nur mäßig funktioniert, so die von vielen führenden EZB-Vertretern einige Wochen zuvor wiederholt geäußerte Meinung. Sie bemängelten, dass die historisch niedrigen Zinsen nicht denen nutzen konnten, die sie bitter nötig haben und für die sie ja in erster Linie gedacht waren. Derzeit beabsichtige Europas Notenbank außerdem noch keine weiteren Schritte zur Überwindung der Schuldenkrise in der Eurozone zu tun, außer notfalls Anleihen der Krisenstaaten unbegrenzt zu kaufen.


Die EZB sieht ihre Ziele erfüllt

Alle, die auf weitere Zinssenkungen gehofft hatten, sind nun enttäuscht, dass im neuen Jahr in der Geldpolitik von Europas Notenbank kein Kurswechsel stattfindet. Für Verwunderung sorgt die Entscheidung der EZB vor allem bei denen, die wegen der Rezession im Euroraum auf die richtige Bewegung an der Zinsfront gewartet hatten. Solche Hoffnungen ließ EZB-Chef Draghi unbeachtet. Seine einfache Bemerkung dazu lautete, dass die Selbstheilungskräfte der Märkte keinesfalls unterschätzt werden dürfen. Sehr optimistisch ist EZB-Chef Mario Draghi auch in puncto Teuerung in der Eurozone, so rechnet er für 2013 sogar mit einer Inflationsrate von nur 1,6 Prozent.


Draghi zufolge sollen die niedrigen Zinsen durch das extrem billige Geld die Kreditvergabe optimieren, um die schwache Konjunktur in der Eurozone anzuschieben und das Vertrauen der Investoren zu steigern. Seiner Überzeugung nach – wie er es der Presse erörterte – hat die Geldpolitik der EZB diese Ziele perfekt erreicht. Zwar sähe er noch keine „Trendwende in der Schuldenkrise“, eine „deutliche Entspannung an den Finanzmärkten“ jedoch schon.


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