Samstag, 26. Januar 2013 15:26

DispozinsenDass deutsche Banken exorbitante Dispozinsen verlangen, ist kein Geheimnis, daher ist die Frage, wie das geändert werden kann, ein Dauerbrenner. Nun will sich SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück der Sache ernst annehmen. Dafür hat der SPD-Politiker auch ganz klare Vorstellungen. Sein Vorschlag ist, die deutschen Kreditinstitute schlicht und einfach per Gesetz dazu zu zwingen, die Zinsen für überzogene Girokonten in vorgeschriebenen Grenzen zu halten. Dabei schlägt er eine Anbindung am Basiszinssatz der Bundesbank vor. Demnach würde der aktuelle Basiszinssatz (der immer jeweils für ein halbes Jahr gilt) als Bezugsgröße für die Höhe der Dispo-Zinsen dienen. Bekanntlich ist der Basiszinssatz an den aktuellen Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) gekoppelt.


So sollten die Dispozinsen begrenzt werden

Die Idee ist nachvollziehbar und begrüßenswert. Zumal der Basiszinssatz als Bezugsgröße bei der Berechnung der Verzugszinsen verwendet wird, ist es logisch, diesen in Zukunft auch bei der Berechnung von Dispo-Zinsen – die ja auch eine Art Strafzinsen sind – zu nutzen. So wie der Basiszinssatz als Aufschlag für die gesetzlich geregelten Verzugszinsen dient, kann er auch als ein Aufschlag für die Dispozinsen festgelegt werden. Die SPD hat sogar einen Vorschlag, wie hoch dieser gesetzlich geregelte Aufschlag sein sollte, und zwar „höchstens 8 Prozentpunkten auf den Basiszinssatz der Bundesbank“. Da der aktuelle Basiszinssatz ab dem 1. Januar bis Ende Juni bei einem Minusbetrag von 0,13 Prozentpunkten liegt, würde der Dispo-Zinssatz unter 8 Prozent liegen, exakt bei 7,87 Prozent.


Ein Ende der Dispo Abzocke der Banken scheint in Sicht zu sein

Wie der Leitzins liegt der aktuelle Basiszins auch bei einem Rekordtief und zum ersten Mal seit seiner Einführung im Minusbereich. Umso krasser sind die Dispo-Zinsen, die bei den meisten deutschen Banken im zweistelligen Bereich liegen. Und das, obwohl sie sich selbst bei der EZB Geld für unter einem Prozent leihen, da ja der Leitzins bei 0,75 Prozent liegt. Käme das geforderte Gesetz in Kraft, wäre die Zeit der Wucher-Zinsen und der Abzocke durch die Banken ein für alle Mal vorbei. An sich ist die geregelte Kontoüberziehung eine gute Sache. Je nach Einkommen hat der Girokonto-Inhaber einen Rahmenkredit, den er problemlos nutzen kann. Also ein Kredit, der nicht extra beantragt werden muss. Es bleibt zu hoffen, dass das Gesetz über die Obergrenze der Dispozinsen kommt.


[sppg_rating]


Top 5 Tagesgeldkonten

Oney Bank 1,07 %
Alpha Bank Romania 0,90 %
RaboDirect 0,80 %
Consorsbank 0,80 %
East West Direkt 0,75 %
Anlagesumme 10.000 €