Donnerstag, 06. September 2012 17:48

Dispozinsen DispokreditAktuell sind die Zinsen, die Bankkunden für die Inanspruchnahme ihren zugesagten Dispositionskredite zahlen müssen, wieder einmal in der Diskussion. Sowohl das Fachmagazin Stiftung Finanztest als auch eine Reihe anderer Institutionen und Experten kommen zu der Erkenntnis, dass die Dispozinsen nach wie vor deutlich zu hoch sind , vor allem nach der erneuten Leitzinssenkung durch die EZB, die erst vor rund drei Wochen stattgefunden hat. Aktuell dennoch leider kaum eine Bank, die Ihren Kunden faire Dispozinsen bietet und den Forderungen von EZB und Finanzexperten nachkommt.



Banken verdienen „gutes" Geld an den Zinsen für die Kontoüberziehung

Noch immer zahlen Kunden für die Nutzung ihres Dispositionskredites einen Zinssatz, der sehr häufig im zweistelligen Prozentbereich liegt. Zum Teil müssen Bankkunden bis zu 13 Prozent berappen, wenn Sie ihr Girokonto im zugesagten Rahmen überziehen. Nicht wenige Verbraucherschützer und Experten sind der Auffassung, dass diese Zinssätze absolut nicht mehr zu rechtfertigen sind. Untermauert wird diese Meinung, wenn man sich einmal anschaut, welche Gewinnspanne die Dispozinsen für die Banken mit sich bringen. Aktuell können sich die Banken nämlich bei der EZB Geld leihen, und müssen dafür eine nahezu als läppisch zu bezeichnenden Zinssatz von lediglich 0,75 Prozent zahlen. Dieses Geld kann dann in Form einer erlaubten Kontoüberziehung, also durch einen Dispositionskredit, zu einem Zinssatz von zehn, elf oder zwölf Prozent verliehen werden. Selbst nach Abzug aller Kosten und einer etwaigen Risikovorsorge dürfte so eine Gewinnspanne zwischen acht und zehn Prozent vorhanden sein. Die Banken würden also an jedem Euro, den der Kunde in Anspruch nimmt, bis zu zehn Cent verdienen.


Gewünschte EZB Ziele werden unterlaufen, und wie sich Kunden „wehren“ können

Besonders in der Kritik sind die extrem hohen Dispozinsen auch deshalb, weil die Banken die Ziele der Europäischen Zentralbank damit in gewisser Weise unterlaufen. Denn die EZB stellt den Banken mit dem sehr niedrigen Leitzins vor allem deshalb „billiges“ Geld zur Verfügung, damit die Banken dieses auch preiswert an ihre Kunden verleihen. Auf diese Weise soll die Nachfrage nach Krediten erhöht werden, sodass durch mehr Investitionen und mehr Konsum die Wirtschaft angekurbelt werden soll. Wenn die Banken ihre Kreditzinsen aber nicht verbilligen, wird dies kaum funktionieren. Kunden sollten daher auf jeden Fall zunächst einmal vergleichen, welche Banken einen vergleichsweise niedrigen Dispozins verlangen. Es gibt durchaus Anbieter, die Zinssätze im einstelligen Bereich veranschlagen. Allerdings ist der Dispositionskredit ohnehin oftmals nicht die optimale Finanzierungsform. So können sich Kunden unter anderem auch dadurch gegen die hohen Dispozinsen „wehren“, indem sie das Girokonto ausgleichen und stattdessen einen deutlich preiswerteren Ratenkredit aufnehmen. Solche Ratenkredite gibt es heute schon häufig als Kleinkredite, sodass man den Kredit auch schon ab 500 oder 1.000 Euro aufnehmen kann, und zwar zu einem Zinssatz von teilweise unter fünf Prozent.


[sppg_rating]


Top 5 Tagesgeldkonten

Consorsbank 1,00 %
FIMBank 0,75 %
Oney Bank 0,65 %
Hoist Finance 0,60 %
Alpha Bank Romania 0,55 %
Anlagesumme 10.000 €